Tradition

Die Kunst der Sitze im 18. Jahrhundert in Frankreich

Um sich auf einen qualitativ hochwertigen Sitz zu setzen, muss dieser bezogen sein. Dies heißt, das kann entweder durch den Stuhlflechter oder den Polsterer erfolgen.

Die Korbmacher - Stuhlflechter
Die Vorbereitung eines zu flechtenden Sitzes unterschied sich von einem zu polsternden Sitz. Die Herstellung war komplizierter und damit
teurer. Das Stuhlrohr war eine aus Ostindien importierte Weidenart, die ab der Mitte des 18. Jahrhunderts verwendet wurde.

Die Polsterer - Raumausstatter
Sie arbeiteten auf zwei Arten: Entweder indem sie Sitze für einen Tischler bezogen – in diesem Fall wurden sie seine Gläubiger - oder im
Allgemeinen und mit der Entwicklung des Geschäfts und dem Wohlstand arbeiteten sie als Unternehmer. In diesem Fall kauften sie dem Tischler
den Sitz ab, um selbst die Arbeit zu beenden und direkt zu verkaufen.

Unter den anderen Berufen die man bei einem Polsterer fand, kann man die Stoffhersteller, die Ledermacher, die Ornamentzeichner usw.

nennen. Sie konnten zum Beispiel verschiedene Modelle von Sitzpolsterungen anbieten.
Die Kurzwarenhändler boten ihre Knöpfe, Litzen, Quasten, Fransen usw. an.
Die Feder- und Daunenhersteller verarbeiteten die Federn in allen Farben und für alle Anlässe, zum Schmuck und zur Verzierung.

Man sieht daraus, dass ein unternehmungsfreudiger Polsterer viel Arbeit, Verantwortung und Koordinierung mit seinen Lieferanten hatte.

Die Prägung
Der Hauptgrund der Prägung lag im Willen der Tischler- und Kunsttischlerinnung, ihr Herstellungsmonopol zu kontrollieren, um eine strenge

Arbeitsqualität sicherzustellen. Die Prägung war ebenfalls die Marke, mit welcher die Tischler- und Kunsttischlermeister sich für die

Qualität ihrer Werke verpflichteten.
Die ersten Prägungen des 18. Jahrhunderts traten um 1753 für jeden Tischler- und Kunsttischlermeister in Kraft, der seine Werke anhand eines

Eisens mit seinem Namen oder seinen Initialen kennzeichnete.

Aus dem Buch: L’Art du siège au XVIII siècle en France
(Die Kunst des Sitzes im 18. Jh. in Frankreich)
von Bill G.B. Pallot

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